Homo Magi Ende des heidnischen 01.11.2026 |
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Hallo Salamander,
muss ich jetzt jedes Jahr daran erinnern, wie lange ich das schon mache
– um mich damit subtil an meine eigene Sterblichkeit zu erinnern? Oder
ist das der subtile Versuch, damit Hochachtung, Verehrung gar bei jenen
einzutreiben, die meinen Spuren im Sand der Zeit folgen?
Eher nein. Meine Eitelkeit bezieht sich nicht auf die Briefe an dich; wenn
überhaupt, sind es Buchprojekte, auf die ich stolz bin (was aber nicht
dazu führt, dass ich davon reich werde – von den Büchern, vom Stolz
sowieso nicht).
Ich schreibe weiter, weil ich es kann. Weil es mir hilft, mich (magisch?)
zu fokussieren, die vergehende Zeit im Blick zu behalten und etwas von
dem, was mich bewegt, dem „Außen“ mitzuteilen, damit es nicht im „Innen“
vor sich hin fault.
Und es ist auch ein wöchentliches Schulterklopfen für mein „am Leben
bleiben“. Schritt für Schritt, Woche für Woche, in die Zukunft weiter zu
schreiten, obwohl es da sehr wohl Zeiten gab, in denen nicht klar, ob ich
auch nur den übernächsten Schritt erlebe. Wir sind zu kurz auf dieser
Welt, um die Zeit zu verschwenden. Meine Art, meine Nicht-Verschwendung zu
dokumentieren, sind auch diese Briefe.
Und um dieses Jahr mit einem herbstlichen Text eines Lyrikers meiner
Jugend zu beenden:
Dort, wo der Strom unsre Schiffe trägt
Auf ein weiteres Jahr.
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Kolumnen
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