Homo Magi Magie der Ärzte 11.10.2026 |
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Hallo Salamander,
im englischen
Mittelalter gab es „weltliche Ärzte“ mit einem eigenartigen Namen:
„Es gab auch
weltliche Ärzte, in England »leeches« genannt, von denen wir freilich
wenig wissen.“[1]
Der erste
Gedanke ist natürlich die Verbindung zu „Blutegel“ – was es nicht
erstrebenswert macht, sich weiter mit dieser Art der Heilung zu
beschäftigen. Doch dann stellt sich heraus, dass das überhaupt nicht so
aus:
Die Fußnote im
Text führt uns weiter beim Nachdenken über den Begriff „leeches“:
„Ein Wort für
»Arzt«, das ähnlich auch in anderen alten germanischen Sprachen belegt
ist. Es ist etymologisch unverwandt mit dem gleichlautenden englischen
Wort leech »Blutegel« (…). Es ist aus einer Wurzel für »sprechen«
hergeleitet und scheint also jemanden zu bezeichnen, der Krankheiten
»bespricht«. (Anm. d. Ü.)“[2]
Ein Hinweis
darauf, dass man Krankheiten schon oder noch im Mittelalter „besprochen“
hat? Eine eigene, weltliche Gruppe von Ärzten, die sich mit dem Besprechen
von Krankheiten beschäftigt? Es wirkt nicht ganz abwegig, wenn man
Wikipedia glauben mag. Dort heißt es unter dem Begriff „Wortzauber“:
Die Annahme von der Wirkkraft von Worten beruht auf der Vorstellung, dass
ein Wort mit dem entsprechenden Gegenstand
partizipiere.
Das heißt, Worte werden als wesensidentisch oder zumindest miteinander
verknüpft mit dem Objekt gedacht, das beeinflusst werden soll, zumindest
aber stellt das Wort ein materiales Attribut des Gegenstandes dar
(besonders intensiv ist diese Vorstellung in Bezug auf den
Namen).
Jemand, der die Worte verwendete, konnte so angeblich einen Einfluss auf
die dazugehörigen Objekte (etwa Waffen) und Personen nehmen (Beschwörung
durch Besprechen). In dieser Form dürfte das Wort
Besprechen für einen Wortzauber wohl schon 790 als fränkisch
bisprachidu nachweislich sein.[3]
Das Besprechen
von Krankheiten (immer noch lebendig im Besprechen von Warzen, wenn man
auf meine Kindheitszeit zurückschaut und das, was mir selbst oder Menschen
um mich herum begegnet ist) – das wäre doch mal ein Versuch, uns einer
magischen Tradition zu nähern, die offensichtlich alt und germanisch und
echt ist. Aber … Stolperfallen wo man hinschaut, denn das ist wirklich ein
heikles Thema.
Obwohl … ich
habe ja hunderte von Besprechungen geschrieben. Für Bücher, okay, das was
man weitläufig Rezensionen nennt. Aber muss ich ja keinem verraten … „nach
hunderten von erfolgreichen Besprechungen hat er jetzt wieder Termine frei
…“.
Literatur
Kieckhefer,
Richard „Magie im Mittelalter“, München, 1992 (OT „Magic in the Middle
Ages“, 1990)
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Kolumnen
Beiträge des Teams:
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