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Hallo
Salamander,
im Moment denke ich mal wieder über Geschichte und Zeit sowe die damit
verbundenen Theorieprobleme nach. Es geht um Vorträge, in denen ich mir
selbst immer wieder die Frage stellen muss, was ich im Vorfeld des
Vortrags an Unterlagen bearbeite – oder um die Frage etwas plakativer zu
gestalten: Wann beginnt Vergangenheit?
In einem Fall geht es um eine Vereinigung, die über 150 Jahre alt ist, in
einem anderen Fall um einen Verein, der gerade über 25 Jahre alt ist. Was
ist davon schon historisch? Wann muss man anfangen, Zeitzeugen und ihre
Arbeit und Ansichten zu dokumentieren? Ist es heute noch zeitgemäß, Akten
in den Schrank zu stellen oder reichen Scans aus (und halten die wirklich
so lange wie die nicht-elektronischen Vorlagen, die ich nach 100 Jahren
noch verstaubt, aber lesbar vorfinde)?
Und weil ich ein ordentlicher Magier und Historiker bin, dokumentiere ich
natürlich alles, was ich tue und spreche darüber, was ich tue und was ich
nicht tue. Manchmal wird das auch Historik an der Grenze zum Klamauk, was
dann auch wieder in Ordnung ist.
Jetzt habe ich den Spieß mal umgedreht und gleich zu Anfang bei einem
Vortrag die Frage gestellt, deren Beantwortung eher im Bereich von
Zen-Antworten stehen dürfte, aber was tut man nicht alles für die
Erkenntnis:
Wenn die Vergangenheit nicht das Wort „vergangen“ im Namen hätte, sondern
zum Beispiel Zukunft hieße, dann wären viel eher bereit, uns mit ihren
Folgen zu beschäftigen.
Ich hoffe, ich habe beim Vortrag einige
Zuhörer nachdenklich zurückgelassen – wie jetzt auch dich.
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Kolumnen



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