Homo Magi 

Vergangenheit

04.10.2026

Hallo Salamander,

im Moment denke ich mal wieder über Geschichte und Zeit sowe die damit verbundenen Theorieprobleme nach. Es geht um Vorträge, in denen ich mir selbst immer wieder die Frage stellen muss, was ich im Vorfeld des Vortrags an Unterlagen bearbeite – oder um die Frage etwas plakativer zu gestalten: Wann beginnt Vergangenheit?

In einem Fall geht es um eine Vereinigung, die über 150 Jahre alt ist, in einem anderen Fall um einen Verein, der gerade über 25 Jahre alt ist. Was ist davon schon historisch? Wann muss man anfangen, Zeitzeugen und ihre Arbeit und Ansichten zu dokumentieren? Ist es heute noch zeitgemäß, Akten in den Schrank zu stellen oder reichen Scans aus (und halten die wirklich so lange wie die nicht-elektronischen Vorlagen, die ich nach 100 Jahren noch verstaubt, aber lesbar vorfinde)?

Und weil ich ein ordentlicher Magier und Historiker bin, dokumentiere ich natürlich alles, was ich tue und spreche darüber, was ich tue und was ich nicht tue. Manchmal wird das auch Historik an der Grenze zum Klamauk, was dann auch wieder in Ordnung ist.

Jetzt habe ich den Spieß mal umgedreht und gleich zu Anfang bei einem Vortrag die Frage gestellt, deren Beantwortung eher im Bereich von Zen-Antworten stehen dürfte, aber was tut man nicht alles für die Erkenntnis:

Wenn die Vergangenheit nicht das Wort „vergangen“ im Namen hätte, sondern zum Beispiel Zukunft hieße, dann wären viel eher bereit, uns mit ihren Folgen zu beschäftigen.

Ich hoffe, ich habe beim Vortrag  einige Zuhörer nachdenklich zurückgelassen – wie jetzt auch dich.

Dein Homo Magi

 

 

 


 

 

 


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