Homo Magi 

Farben für Blinde

31.05.2026

Hallo Salamander,

am Wochenende lass ich in der „Süddeutschen Zeitung“[1] etwas über eine neue Farbe, die Wissenschaftler entdeckt haben: Olo.[2] Über sie heißt es:

Das Blaugrün liegt außerhalb des für den Menschen sichtbaren Spektrums und wurde in einem Experiment erkennbar, bei dem Laserimpulse die Netzhaut stimulierten. Bisher haben nur fünf Probanden die Farbe gesehen und beschrieben sie als „satter als jede Farbe, die man in der realen Welt sehen kann“.[3]

Eine Farbe außerhalb der realen Welt? Eigentlich ein gefundenes Fressen für Eso-Magier und ähnliche Randexistenzen der mystischen Welt, aber die verdienen lieber schnelles Geld mit Orgon-Nasenhaarentfernen und Iridium-Krebsheilung. Aber Olo gibt es wirklich. Für Wissenschafts-Deppen wie mich versucht Wikipedia eine Erklärung:

Olo ist eine imaginäre Farbe, die sichtbar wird, wenn Laserstrahlen auf die Netzhaut geschossen werden, um die Reaktion der M-Zapfenzellen zu isolieren.

Unter normalen Sichtbedingungen ist es unmöglich, Olo zu sehen, da sich die Empfindlichkeiten der S-, M-, und L-Zapfenzellen in allen Wellenlängen des sichtbaren Lichts, die sie hervorrufen, überschneiden. Mit anderen Worten: Es gibt keinen monochromatischen Licht-Reiz (die reinste Art von Reiz, die Menschen wahrnehmen können), der nur die M-Zapfen (Medium wavelength receptor bei ca. 534 nm) aktiviert. Das bedeutet, dass Olo außerhalb des sichtbaren Farbspektrums liegt. Um dieses Problem zu umgehen, kartierten die Forscher einen Teil der Netzhaut und identifizierten jede Zapfenzelle einzeln als S-, M- oder L-Zapfen. Anschließend setzten sie Laser ein, um winzige Lichtdosen abzugeben, idealerweise ausschließlich an die M-Zapfenzellen.[4]

Was könnte man damit Geld verdienen, wenn man das verkauft … des Kaisers neuer Kleider mit einer Farbe, die man nur sehen kann, wenn man eingeweiht ist. Oder Magier. Oder der verlorene Prinz von Nangijala. Da geht noch was.

Olo!

Dein Homo Magi

[1] Nr. 151, Samstag/Sonntag 4./5. Juli 2026

[2] Ebenda, S. 61

[3] ebenda

 

 

 

 

 


 

 

 


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