Homo Magi - Teambeitrag

„Transuranic heavy elements may not be used where there is life"

Oder: Heidnische Elemente in Science Fiction-Fernsehserien


Homunculus 1916

 

Vorbemerkung

Zum hundertjährigen Jubiläum der Science Fiction-Fernsehserien (eigentlich dem ihrer Vorgänger, der „serials“ in den Kinos) habe ich mich mit der Frage beschäftigt, ob der Esoterik-Boom sich auch in der Populärkultur spiegelt. Ich habe mich mit dem Thema schon in Bezug auf Literatur und Comics genähert, ich wollte die Untersuchung für mich mit dem Medium Kino bzw. Fernsehen abschließen.

Die gewagte These war, dass die Science Fiction – im Unterschied zu ihrem Bruder, der Fantasy – eben nicht der „logische Spielplatz“ für fremde, heidnische Religionen ist, sondern eher ein Rückzugsort für Minderheiten, die dort schon immer einen Platz fanden, um „fringe“-Ideen auszuleben. Nicht umsonst fand der erste Fernseh-Kuss zwischen einer Schwarzen und einem Weißen in „Star Trek“ statt, mit die expliziteste Darstellung von Sexualität findet im „Doctor Who“-Offspin „Torchwood“ statt.

Um nicht den Rest meines Lebens mit dem Studium von Fernsehserien zuzubringen, habe ich mich in vielen Fällen darauf konzentriert, sekundäres Material zu untersuchen. Das widerspricht zwar meinem forscherischen Ehrgeiz, ist aber in Bezug auf verbleibende Lebenszeit in Relation mit der Fülle der Serien nicht anders zu lösen.

Auch inhaltlich musste ich ein paar Eingrenzungen vornehmen. So betrachte ich nur Serien aus dem Bereich Westeuropa/Nordamerika mit mindestens einer Übersetzung ins Englische oder Deutsche, ebenso nur Serien mit durchgehender Handlung (also keine „Twilight Zone“), keine eindeutigen Kinder-Cartoons, keine Umsetzungen von Computer- oder Sammelkartenspielen, keine Werbefilme für Spielzeug etc. Außerdem: Keine Vampire, keine Zombies. Das ist keine Science Fiction, auch wenn ich mich in Einzelfall gerne Horror & Phantastik gewidmet habe, wenn sich das nicht vermeiden ließ. Und: Ich unternehme keinerlei Versuche, „Star Trek“ oder „Dr. Who“ komplett zu erklären. Das sind in sich religiöse Verehrungsformen, die ich als Häretiker nicht anzweifeln will (und hier ist die Menge des Sekundärmaterials unendlich viel größer als die Menge der Primärquellen).

Die Durchführung ergab dann, dass ich mit dem Jahr 2000 abbrechen musste. Danach wird die Menge unübersichtlich, durch Internet und Privatfernsehen verwischen Produktionsländer und -firmen, während die Menge schier unermesslich steigt.

 

Heidnische Elemente in Science Fiction-Fernsehserien[1]

Die 1910er

Die Geschichte der Fernsehserie beginnt mit den „serials“ für das Kino. Die erste entstand 1910[2], natürlich als Stummfilm. Genre-bezogen ist die erste namhafte Serie „Fantomas“ von 1913.

Titel

Wann?

Zeichen-trick

Puppen

Echte Schau-spieler

Episoden

Produk-tionsland

Fantomas

1913-1914

 

 

5

F

Homunculus

1916

 

 

5

D

Judex

1916

 

 

12

F

The Crimson Stain Mystery

1916

 

 

16

USA

The Iron Claw

1916

 

 

20

USA

The Mysteries of Myra

1916

 

 

15

USA

The Shielding Shadow

1916

 

 

15

USA

The Gray Ghost

1917

 

 

16

USA

The Secret Kingdom

1917

 

 

15

USA

The Voice on the Wire

1917

 

 

15

USA

Who is Number One?

1917

 

 

15

USA

La Nouvelle Mission de Judex

1918

 

 

12

F

The Master Mystery

1918

 

 

15

USA

The Silent Mystery

1918

 

 

15

USA

The Lion Man

1919

 

 

18

USA

The Mystery of 13

1919

 

 

15

USA

The Trail of the Octopus

1919

 

 

15

USA

Genaue Aussagen über diese Ära sind aber schwierig, viele „serials“ sind verschollen.[3] Die folgende Liste gibt einen Überblick:

Serie

Existenz

Fantomas

Homunculus

1 Teil von 6 erhalten.

Judex

Fast komplett erhalten.

La Nouvelle Mission de Judex

Verschollen.

The Crimson Stain Mystery

Teile erhalten.

The Gray Ghost

Verschollen.

The Iron Claw

Verschollen, eine Episode in Teilen erhalten.

The Lion Man

Verschollen.

The Master Mystery

Rekonstruiert, fast vollständig.

The Mysteries of Myra

Verschollen, geringe Teile erhalten.

The Mystery of 13

Einige Teile erhalten.

The Secret Kingdom

Verschollen.

The Shielding Shadow

Verschollen, einige Fotos erhalten.

The Silent Mystery

Verschollen.

The Trail of the Octopus

Fast komplett erhältlich.

The Voice on the Wire

Verschollen.

Who is Number One?

Verschollen.

Interessant sind drei Aspekte. Erstens gab es zu dieser Zeit nur Filme mit echten Schauspielern – Puppen, Zeichentrick, all das lag für das Genre in der Zukunft. Zweitens gaben sich schon früh bekannte Persönlichkeiten her, in Genre-Serien aufzutreten (als Beispiel möge hier Harry Houdini dienen. Drittens war die Zahl der Menschen, die durch die „serials“ erreicht wurden, sehr hoch. So spricht das Poster zu „The Gray Ghost“: „A tremendous ready-made audience of 10,000,000 People awaits each episode.“[4]

Wegen der Spärlichkeit der überlieferten Quellen ist eine Deutung daher schwierig – aber außer klaren Verweisen (und zwar durch Serientitel und die Titel einzelner Episoden) auf Horror, Zauberei und so weiter gibt diese Dekade heidnisch für dieses Thema nichts her. So ist der titelgebende Homunculus der gleichnamigen Serie ein künstliches Wesen, in „The Crimson Stain Mystery“ heißt die erste Episode „The Brand of Satan“[5]. Aber dies wäre ein christliches Thema, kein heidnisches oder esoterisches.

Neugierig machen Zusammenfassungen wie diese für „The Trail of the Octopus“: „Carter Holmes, master criminologist, must help the oft-kidnapped Ruth Stanhope to find the 9 daggers that will unlock the secret of the cursed Devil's Trademark! [6]

Weitergehende Deutungen sind wegen des geringen Bestands für diese Dekade kaum möglich.

 

Die 1920er

Titel

Wann?

Zeichen-trick

Puppen

Echte Schau-spieler

Episoden

Produk-tionsland

Fantomas

1920

 

 

20

USA

The Invisible Ray

1920

 

 

15

USA

The Screaming Shadow

1920

 

 

15

USA

The Diamond Queen

1921

 

 

18

USA

The Hope Dimond Mystery

1921

 

 

15

USA

The Power God

1925

 

 

15

USA

The Scarlet Streak

1925

 

 

10

USA

Officer 444

1926

 

 

10

USA

The Mansion of Mystery

1927

 

 

10

USA

The Masked Menace

1927

 

 

10

USA

The Mysterious Airman

1928

 

 

10

USA

The Black Book

1929

 

 

10

USA

The Fatal Warning

1929

 

 

10

USA

Es ist zu erkennen, dass die USA in diesem Jahrzehnt eindeutig den Markt beherrschen. Und technisch kam es zu einer Weiterentwicklung: der Ton hielt Einzug in die „serials“: „The Ace of Scotland Yard was a 1929 Universal movie serial. It was the first partial sound serial released by Universal Pictures (although the 69th serial released, including the silent serials).

Universal announced this as the first talking serial, but that title is generally agreed to belong to Mascot Pictures' The King of the Kongo (1929). It was released in both sound and silent versions. The serial is presumed to be lost.“[7]

Auch für dieses Jahrzehnt ist es schwierig, etwas über die Inhalte der Serien zu sagen. Viele, sehr viele sind verschollen, Informationen über sie sind schwer oder überhaupt nicht aufzutreiben. In einigen Fällen muss man aufgrund von übriggebliebenen Bildern oder Filmplakaten raten, ob sie in das Genre gehören. Von den für dieses Jahrzehnt genannten Serien existieren nur noch „The Hope Diamond Mystery“ und „The Power God“ vollständig, echte Folgerungen sind daher unmöglich.

Die 1930er

Titel

Wann?

Zeichen-trick

Puppen

Echte Schau-spieler

Episoden

Produk-tionsland

The Voice from the Sky

1930

 

 

10

USA

The Phantom of the Air

1933

 

 

12

USA

The Return of Chandu

1933

 

 

12

USA

The Whispering Shadow

1933

 

 

12

USA

The Vanishing Shadow

1934

 

 

12

USA

The Lost City

1935

 

 

12

USA

The Phantom Empire

1935

 

 

12

USA

Undersea Kingdom

1936

 

 

12

USA

Flash Gordon

1936-1940

 

 

28

USA

Blake of Scotland Yard

1937

 

 

15

USA

Radio Patrol

1937

 

 

12

USA

S.O.S. Coast Guard

1937

 

 

12

USA

Flash Gordon’s Trip to Mars

1938

 

 

15

USA

The Fighting Devil Dogs

1938

 

 

12

USA

The Spider’s Web

1938

 

 

15

USA

Buck Rogers

1939

 

 

12

USA

Mandrake the Magician

1939

 

 

12

USA

The Phantom Creeps

1939

 

 

12

USA

Die Geschichte und der „Boom“ der „echten“ SF-Serie beginnt in den 1930ern mit Serien wie „Buck Rogers“ und „Flash Gordon“, die – wenigstens vom Namen her – auch in Deutschland bekannt sind.

Hier sind nicht alle Serien erhalten; auch sind diese Serien weiterhin technisch und inhaltlich deutlich unter dem Niveau, dass wir heute gewöhnt sind. Die Herkunft aus den Radio-Sendungen war nicht zu verleugnen, ebenso war das neue Medium „Film“ noch nicht ausgetestet. Gerade die „live“ gefilmten Folgen sind von einer unfreiwilligen Komik, die heute aber nicht mehr begeistern kann. Technisch sind dies immer noch keine Fernsehserien, sondern für das Kino produzierte „serials“.

In dieser Zeit zog der Ton in die „serials“ ein: „The Voice from the Sky“ gilt als das erste „serial“ mit „full sound“.[8]

Neben immer noch bekannten Namen wie Bela Lugosi und Buster Crabbe liefert uns dieses Jahrzehnt singende Cowboys (Gene Autry).

Okkultismus gibt es genug in dieser Dekade: „The Return of Chandu“ ist reich an weißer und schwarzer Magie, einer ägyptischen Prinzessin und einer Reise nach Lemuria. Dafür stammen die Bösewichte in „The Phantom Empire“ aus dem unterirdischen Reich Murania, aber der Bösewicht in „The Lost City“ ist dann wieder Lemurier.

Die 1940er

Titel

Wann?

Zeichen-trick

Puppen

Echte Schau-spieler

Episoden

Produk-tionsland

Drums of Fu Manchu

1940

 

 

15

USA

Flash Gordon conquers the Universe

1940

 

 

12

USA

King of the Royal Mounted

1940

 

 

12

USA

Mysterious Doctor Satan

1940

 

 

15

USA

The Shadow

1940

 

 

15

USA

Adventures of Captain Marvel

1941

 

 

12

USA

Dick Tracy vs. Crime, Inc.

1941

 

 

15

USA

Perils of Nyoka

1942

 

 

15

USA

Batman

1943

 

 

15

USA

Captain America

1944

 

 

15

USA

The Great Alaskan Mystery

1944

 

 

13

USA

Manhunt of Mystery Island

1945

 

 

15

USA

Secret Agent X-9

1945

 

 

13

USA

The Master Key

1945

 

 

13

USA

The Monster and the Ape

1945

 

 

15

USA

The Purple Monster Strikes

1945

 

 

15

USA

Hop Harrigan

1946

 

 

15

USA

Lost City of the Jungle

1946

 

 

13

USA

The Crimson Ghost

1946

 

 

12

USA

The Mysterious Mr. M

1946

 

 

13

USA

Brick Bradford

1947

 

 

15

USA

Jack Armstrong

1947

 

 

15

USA

The Black Widow

1947

 

 

13

USA

Congo Bill

1948

 

 

15

USA

Superman

1948

 

 

15

USA

Batman and Robin

1949

 

 

15

USA

Bruce Gentry

1949

 

 

15

USA

Federal Agents v. Underworld, Inc

1949

 

 

12

USA

King of the Rocket Men

1949

 

 

15

USA

Captain Video and His Video Rangers

1949-1955

 

 

ca. 1.200

USA

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg (wenn auch langsam) begann der „Boom“ der SF-Serien, da das neue Medium des Fernsehens eine weitere Verbreitung (und viel später: eine erneute Verwendung der Serien im selben Medium) erlaubte. „Die erste Science-Fiction-Fernsehserie war Captain Video and His Video Rangers, die von 1949 bis 1955 von dem amerikanischen Fernsehsender DuMont ausgestrahlt wurde.“[9]

Viele Serien haben nur einzelne Science Fiction-Elemente und sind nicht das, was wir heute unter Science Fiction a la „Star Trek“ verstehen würden. Ein schönes Beispiel ist die Serie „Bruce Gentry“, über die es in der Zusammenfassung der Handlung heißt: „Dr Benson, a friend of charter pilot Bruce Gentry, kidnapped by the masked mystery villain, the Recorder (who only issues orders through recordings), in order to perfect the villain's flying saucers. Industrialist Paul Radcliffe hires Bruce to investigate the saucers as he thinks they may have a commercial use.

Necessary for the production of the flying saucers is a mineral called Platonite. The Recorder's only source, an abandoned mine on the land belonging to Jaunita [sic] and Frank Farrell, has run dry and he needs to steal supplies from the US Government.“[10]

Beeindruckend klingen auch Zusammenfassungen wie diese (für „Nyoka – Herrin der Beduinen“, im Original „Perils of Nyoka“): „It's intrepid Nyoka and her friends versus Vultura, Queen of the Desert, on a quest for the Golden Tablets of Hippocrates.“[11]

Der „mythologische Inhalt“ der Serien dieser Dekade war trotzdem eher gering: „Captain Marvel“ alias „Shazam“ ist ein magischer Charakter, aber seine Fähigkeiten beruhen auf der durch die griechischen Götter bzw. ihrer römischen Äquivalente vergebenen Gaben während der Name Dr. Satan für sich selbst spricht. Und er ist (wie andere Serien dieser Zeit) eine Comicumsetzung, also ein Import in das neue Medium.

Immerhin hatte mindestens eine Serie Auswirkungen auf die neuere Musik, nämlich „The Crimson Ghost“: „The horror punk band Misfits adapted his visage as their skull logo, and he has appeared in the music video for the song »The Number of the Beast« by Iron Maiden.“[12] Eine echte Wirkungsmacht kann man daraus aber eigentlich nicht folgern.

Die 1950er

Titel

Wann?

Zeichen-trick

Puppen

Echte Schau-spieler

Episoden

Produk-tionsland

Flying Disc Man from Mars

1950

 

 

12

USA

The Invisible Monster

1950

 

 

12

USA

Buck Rogers

1950-1951

 

 

?

USA

Space Patrol

1950-1955

 

 

ca. 210

USA

Tom Corbett, Space Cadet

1950-1955

 

 

ca. 58

USA

Captain Video: Master of the Stratosphere

1951

 

 

15

USA

Mysterious Island

1951

 

 

15

USA

Captain Z-RO

1951-1956

 

 

77

USA

King of the Congo

1952

 

 

15

USA

Radar Men from the Moon

1952

 

 

12

USA

Zombies of the Stratosphere

1952

 

 

12

USA

Adventures of Superman

1952-1958

 

 

104

USA

Commando Cody: Sky Marshal of the Universe

1953

 

 

12

USA

Johnny Jupiter (I)

1953

 

62

USA

Operation Neptune

1953

 

 

8

USA

The Lost Planet

1953

 

 

15

USA

The Quatermass Experiment

1953

 

 

6

GB

Atom Squad

1953-1954

 

 

25

USA

Johnny Jupiter (II)

1953-1954

 

62

USA

Rod Brown of the Rocket Rangers

1953-1954

 

 

58

USA

Rocky Jones, Space Ranger

1954

 

 

39

USA

Flash Gordon

1954-1955

 

 

39

D/F/USA

Panther Girl of the Kongo

1955

 

 

12

USA

Quatermass II

1955

 

 

6

GB

Quatermass and the Pit

1958

 

 

6

GB

The invisible Man

1958

 

 

27

GB

Men into Space

1959-1960

 

 

38

USA

Die technische Entwicklung ging rasant weiter. „1953 wurde mit Rocky Jones, Space Ranger zum ersten Mal eine Science-Fiction-Fernsehserie produziert, die auf Film aufgenommen wurde, so dass eine erhebliche inhaltliche und technische Qualitätssteigerung möglich wurde.“[13]

Trotzdem sind wir immer noch im Zeitalter der Lücken –so von der ersten „Buck Rogers“-Fernsehserie sind keine Aufzeichnungen bekannt.[14]

Und die Transformation vom „serial“ zur TV-Serie ist noch nicht richtig vollzogen. „Commando Cody: Sky Marshal of the Universe“ war als TV-Serie geplant, startete aber als „serial“.[15] Das Ende der Kino- „serials“ war aber in Sicht, das Fernsehen hielt seinen Siegeszug und 1956 endete die Produktion von „serials“.

Die ersten Puppen-Filme landeten im Genre. Aber esoterisch ist wenig zu holen.

Die 1960er

Titel

Wann?

Zeichen-trick

Puppen

Echte Schau-spieler

Episoden

Produk-tionsland

Pathfinders in Space

1960

 

 

7

GB

Target Luna

1960

 

 

6

GB

Pathfinders to Mars

1960-1961

 

 

6

GB

Torchy the Battery Boy

1960-1961

 

 

52

GB

A for Andromeda

1961

 

 

8

GB

Pathfinders to Venus

1960-1961

 

 

6

GB

Supercar

1961-1962

 

 

39

GB

The Andromeda Breakthrough

1962

 

 

6

GB

The Big Pull

1962

 

 

6

GB

Fireball XL5

1962-1963

 

 

39

GB

Emerald soup

1963

 

 

7

GB

My favorite Martian

(Mein Onkel vom Mars)

1963-1966

 

 

107

USA

Doctor Who

1963-1989

 

 

702

GB

Stingray

1964-1965

 

 

39

GB

Voyage to the bottom of the sea

(Die Seaview – In geheimer Mission)

1964-1968

 

 

110

USA

The Magic Boomerang

1965-1966

 

 

45

AUS

Thunderbirds

1965-1966

 

 

32

GB

Lost in Space

(Verschollen zwischen fremden Welten)

1965-1968

 

 

83

USA

The Wild Wild West

(Verrückter wilder Westen)

1965-1969

 

 

104

USA

Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion

1966

 

 

7

D

Adam Adamant Lives!

1966-1967

 

 

29

GB

Captain Scarlet and the Mysterons

1966-1967

 

 

32

GB

Mr. Terrific

(Immer wenn er Pillen nahm)

1966-1967

 

 

17

USA

The Time Tunnel

1966-1967

 

 

30

USA

Star Trek

(Raumschiff Enterprise)

1966-1969

 

 

79

USA

The Invaders

(Invasion von der Wega)

1966-1969

 

 

43

USA

Dark Shadows

1966-1971

 

 

1225

USA

The Prisoner

(Nummer 6 – The Prisoner)

1967-1968

 

 

17

GB

Birdman and the Galaxy Trio

1967-1969

 

 

20

USA

The Fantastic Four

1967-1970

 

 

20

USA

The Interpretaris

1968

 

 

6

AU

Vega 4

1968

 

 

7

AU

Joe 90

1968-1969

 

 

30

GB

The Champions

1968-1969

 

 

30

GB

Fantastic Voyage

1968-1970

 

 

17

USA

The Secret Service

1969

 

 

13

GB

UFO

1969-1970

 

 

26

GB

Technisch war man mit dem Medium des Fernsehens in der Massenunterhaltung angekommen – die Zahl der Serien stieg (von gesellschaftlichen Faktoren begünstigt) immens an. Trotzdem sind aus dieser Zeit immer noch einige Serien verschollen, d.h. es existieren keine Folgen (wie z.B. bei „Target Luna“[16] oder „The Big Pull“[17]) oder viele frühe Folgen sind verschollen (wie z.B. bei „Dr. Who“).

Die Puppenserien hatten sich am Markt durchgesetzt, die ersten Zeichentrickfilme waren „angekommen“. Und: In den 60er begann der „Siegeszug“ dessen, was wir heute als klassische Science Fiction im Fernsehen verstehen. In Deutschland war dies 1966 nur „Raumpatrouille“ aus eigener Produktion, aber viele der in dieser Dekade produzierten Serien werden zu „Science Fiction-Ikonen“ in der Wahrnehmung der deutschen Zuschauer: „Invasion von der Wega“, „UFO“, „Nummer 6“, „Raumschiff Enterprise“ …

In den englischsprachigen Ländern war die Welle ungleich größer: „Batman was part of a wave of Sixties fantasy and sci-fi shows that included Bewitched, I Dream of Jeannie, The Addams Family, The Munsters, My Favorite Martian, and Star Trek. During the Sixties, monsters and myths resurfaced as a part of the popular mind, and an unprecedented Dionysian explosion capped off the decade.“[18]

Aber trotzdem war SF noch kein marktbeherrschender Faktor, zumindest nicht in Großbritannien: „Science-fiction productions were rare and almost always one-offs. A for Andromeda (1961) (…) and its sequel (The Andromeda Breakthrough, 1962) were exceptions.

Britain's first commercial television network ITV to explore science fiction for programming purposes in the early 1960s. A proponent for such experimentation was Canadian-born producer Sydney Newman, who had become Head of Drama at ABC. At ABC, Newman produced the science-fiction serial Pathfinders In Space (1960) and its sequels Pathfinders to Mars (1960) and Pathfinders to Venus (1961) and oversaw the science-fiction anthology series Out of This World (1962), the first of its kind in the UK. ITV also made an attempt at children's science fiction, with its short-lived program Emerald Soup (1963), which coincidentally aired the same night that Doctor Who premiered.“[19]

Rein optisch sorgen die 60er-Jahre für eine klare Verbesserung bei den Kostümen und ebenso verschaffen sie weiblichen Hauptpersonen größeren Raum. Insgesamt waren die 60er aber nur ein müder Vorgeschmack dessen, was in den nächsten Jahrzehnten aus dem Fernsehschirm auf die Retina der Fans einwirken würde.

Der Mythos-Anteil ist bis auf eine Serie gering: Birdman (aus „Birdman and the Galaxy Trio“) erhält seine Fähigkeiten vom ägyptischen Sonnengott Ra[20], „The Champions“ von einer hochstehenden Zivilisation in Tibet.[21] Und der Chef von „World Space Patrol“ und „Fireball XL5“ heißt Steve Zodiac, an Bord ist auch Doctor Venus.[22] Aber das dürfte Zufall sein.

Die große Ausnahme-Serie ist bekannt: „Star Trek“ beschäftigte sich relativ häufig mit Mythologie – in „Who Mourns for Adonais?“ wird das Schicksal der griechischen Götter angesprochen, in „Bread and Circuses“ wird der christliche Glaube thematisiert und die (in späteren Serien weiter ausgearbeitete) Religion der Klingonen könnte einem Asatru gefallen.

Die 1970er

Titel

Wann?

Zeichen-trick

Puppen

Echte Schau-spieler

Episoden

Produk-tionsland

Phoenix 5

1970

 

 

26

AU

The Adventures of Don Quick

1970

 

 

6

GB

Timeslip

1970-1971

 

 

26

GB

Doomwatch

1970-1972

 

 

36

GB

Alpha Alpha

1971

 

 

13

D

My Favorite Martians

1973

 

 

16

USA

Star Trek: The Animated Series

1973-1974

 

 

22

USA

The Starlost

1973-1974

 

 

16

CA

The Tomorrow People

1973-1979

 

 

68

GB

Alpha Scorpio

1974

 

 

6

AUS

Planet of the Apes (Planet der Affen)

1974

 

 

14

USA

Telerop 2009 – Es ist noch was zu retten

1974

 

 

13

D

Das Blaue Palais

1974-1976

 

 

5

D

Land of the Lost

1974-1976

 

 

43

USA

The Six Million Dollar Man

(Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann)

1974-1978

 

 

108

USA

Return to the Planet of the Apes

1975-1976

 

 

13

USA

The invisible Man

(Der Unsichtbare)

1975-1976

 

 

13

USA

Space: 1999

(Mondbasis Alpha 1)

1975-1977

 

 

48

GB/I/USA

Survivors

1975-1977

 

 

38

GB

Andra

1976

 

 

8

AU

Ark II

1976

 

 

15

USA

Star Maidens

(Die Mädchen aus dem Weltraum)

1976

 

 

13

D/GB

The Bionic Woman

(Die Sieben-Millionen-Dollar-Frau)

1976-1977

 

 

58

USA

Space Academy

1977

 

 

15

USA

Man from Atlantis

(Der Mann aus Atlantis)

1977-1978

 

 

2

USA

Battlestar Galactica

(Kampfstern Galactica)

1978-1979

 

 

24

USA

Blake’s 7

1978-1981

 

 

52

GB

Jason of Star Command

1978-1981

 

 

28

USA

Mork and Mindy

(Mork vom Ork)

1978-1982

 

 

95

USA

The Incredible Hulk

1978-1982

 

 

82

USA

Quatermass IV

1979

 

 

4

GB

Buck Rogers in the 25th Century

1979-1981

 

 

35

USA

The New Adventures of Flash Gordon

1979-1981

 

 

32

USA

Sapphire & Steel

1979-1982

 

 

34

GB

Die 70er waren für viele Serien ein „goldenes Zeitalter“: „The 1970s is viewed by fans of the genre as a »golden age«. Doctor Who was going through its strongest period with first Jon Pertwee (1970–1974) and later Tom Baker (1974–1981) in the leading role, already firmly entrenched in the public consciousness.“[23]

Auch hier gibt es immer noch Lücken. So fehlen von „The Adventures of Don Quick“ fünf der sechs Episoden.[24] Und die Lücken bei „Dr. Who“ sind schon eine Legende für sich.

Die Dekade kam ohne Puppen aus … die Generation, die die entsprechenden Serien als Kinder gesehen hatte, war für Nostalgie noch zu jung. Aber spätestens mit den endlosen Wiederholungen würden sie einen neuen „hype“ erleben.

 „Esoterisch“ sind die 70er eher arm. Die „Tomorrow People“ helfen bei der Ankunft des „homo superior“[25], der „Man from Atlantis“ kommt genau daher und „Battlestar Galactica“ enthält klassische christliche Züge (12 Planeten = 12 Stämme, Adam[a] als Anführer), aber auch Ideen aus der Religion der Mormonen.[26] Es gibt in der Serie auch klare astrologische Anspielungen: „The twelve colonies are named after the astrological signs of the Greek zodiac; for example, Scorpia (Scorpio), Caprica (Capricorn), and Aquaria (Aquarius). Several of the characters in the series have names or call signs corresponding to significant characters in Greek mythology, including Apollo, Athena, and Cassiopeia.“[27]

Die beste Serie der Dekade bleibt für mich „Sapphire & Steel“ – nicht nur wegen der großartigen Eröffnungszeile: „All irregularities will be handled by the forces controlling each dimension. Trans-uranic heavy elements may not be used where there is life. Medium atomic weights are available – Gold, Lead, Copper, Jet, Diamond, Radium, Sapphire, Silver, and Steel.“ [28] Die Idee einer höheren Macht, welche Agenten mit Element-Fähigkeiten ausschickt, um Zeit- und Kontinuum-Probleme zu lösen … war deutlich ihrer Zeit voraus.

Die 1980er

Titel

Wann?

Zeichen-trick

Puppen

Echte Schau-spieler

Episoden

Produk-tionsland

Beyond Westworld

1980

 

 

5

USA

Galactica 1980

1980

 

 

10

USA

Sternensommer

1980

 

 

6

D

The Hitch-Hiker’s Guide to the Galaxy

(Per Anhalter durch die Galaxis)

1980

 

 

6

GB

The Martian Chronicles

1980

 

 

3

USA

Der Androjäger

1981

 

 

26

D

Unterwegs nach Atlantis

1981

 

 

13

A/CH/D/CZ

Astronauts

1981-1983

 

 

13

GB

Die Besucher

1981-1983

 

 

16

CH/CZ/D/F

The Phoenix

1982

 

 

5

USA

Voyagers!

(Die Zeitreisenden)

1982

 

 

20

USA

Watch This Space

1982

 

 

13

AU

The Powers of Matthew Star

(Der Junge vom anderen Stern)

1982-1983

 

 

22

USA

Knight Rider

1982-1986

 

 

90

USA

Manimal

(Ein Fall für Professor Chase)

1983

 

 

8

USA

V

(V – Die außerirdischen Besucher kommen)

1983

 

 

2

USA

Automan

(Automan – Der Superdetektiv)

1983-1984

 

 

13

USA

He-Man and the Masters of the Universe

1983-1984

 

 

130

USA

Terrahawks

1983-1984

 

 

39

GB

Blue Thunder

(Das fliegende Auge)

1984

 

 

11

USA

V : The Final Battle

1984

 

 

3

USA

The Tripods

(Die dreibeinigen Herrscher)

1984-1985

 

 

25

GB

V

1984-1985

 

 

19

USA

Airwolf

1984-1987

 

 

79

USA

Die Wächter

1985-1986

 

 

6

D

Misfits of Science

(Die Spezialisten unterwegs)

1985-1986

 

 

17

USA

She-Ra: Princess of Power

1985-1986

 

 

93

USA

Star Wars: Droids (Freunde im All)

1985-1986

 

 

17

USA

Star Wars: Ewoks / The All New Ewoks

1985-1986

 

 

35

USA

Street Hawk

1985-1986

 

 

13

USA

The Centurions

1985-1987

 

 

65

USA

Mission Terra

1985-1988

 

 

24

D

Small Wonder

(Vicki)

1985-1989

 

 

96

USA

ThunderCats

1985-1990

 

 

130

USA

Defenders of The Earth

(Die Retter der Erde)

1986-1987

 

 

65

USA

Dick Spanner, P.I.

1986-1987

 

 

22

USA

Der Schatz im All

1986-1987

 

 

7

D/I

Starman (Der Mann vom anderen Stern)

1986-1987

 

 

22

USA

The Adventures of the Galaxy Rangers (Galaxy Rangers)

1986-1989

 

 

65

USA

ALF

1986-1990

 

102

USA

Bionic Six

(Die Sechs-Millionen-Dollar-Familie)

1987

 

 

65

J/USA

Dinosaucers

(Die Astro-Dinos)

1987

 

 

65

CDN/USA

Max Headroom

1987

 

 

22

GB/J/USA

Star Cops

1987

 

 

9

GB

Alf: the Animated Series

1987-1988

 

 

26

USA

Bravestarr

1987-1988

 

 

65

USA

Diplodos

1987-1988

 

 

24

F/J/USA

Captain Power and the Soldiers of the Future

1987-1989

 

22

CDN/USA

Out of This World

(Mein Vater ist ein Außerirdischer)

1987-1991

 

 

96

USA

Star Trek: The Next Generation

1987-1994

 

 

178

USA

Probe

1988

 

 

7

USA

Something Is Out There

1988

 

 

6

AU/USA

Superman

1988

 

 

13

USA

War of the Worlds

(Krieg der Welten)

1988-1990

 

 

14

USA

Superboy/The Adventures of Superboy

1988-1992

 

 

100

USA

Red Dwarf

1988-1999

 

 

52

GB

Hard Time on Planet Earth

(Jesse aus dem All)

1989

 

 

13

USA

Alien Nation

1989-1990

 

 

22

USA

Quantum Leap

(Zurück in die Vergangenheit)

1989-1993

 

 

97

USA

Mike & Angelo

1989-2000

 

 

123

GB

In den 80ern verebbte der Science Fiction-Boom im Fernsehen ein wenig: „Longer-running science-fiction series became few and far between. Although Doctor Who was still running, in terms of audience it was struggling to compete with US imports in the genre which began to re-emerge following the box-office success of contemporary films like the Star Wars franchise. For the television channel controllers, these had the benefit of transmission rights having a lower cost than any domestic productions. Dr Who's place in the Saturday schedule was briefly lost when it was moved to a weekday slot.“[29]

Und eine der bekanntesten SF-Serien starb einen (ersten) Tod: „The original version of Doctor Who lasted until 1989. Apart from a television movie in 1996, Doctor Who did not re-emerge in a bigger budget version until 2005. Affected by rights issues for some years, many of those behind the new series were fans of the show when they were younger. Doctor Who returned to television screens on 26 March 2005, gaining a profile reminiscent of the earlier series at its peak. [30]

Erstaunlich ist, wie viele Science Fiction-Serien sich in dieser Ära mit Religion beschäftigen. So haben die Außerirdischen in „Alien Nation“ eine gut entwickelte, eigene Religion. Und viele Kinder folgen eher dem Schlachtruf aus „He-Man and the Masters of the Universe“ „By the Power of Grayskull, I HAVE THE POWER“ als den christlichen Lebensregeln.

Erschreckend ist trotzdem, dass die deutsche Serie mit den meisten mystischen Inhalten wohl „Unterwegs nach Atlantis“ nach Jugendromanen von Johanna von Koczian ist. Dort finden sich nicht nur Atlantis, sondern der Alchemist Edward Kelley, Rudolf II., den Pharao Echnaton, der Graf von Saint Germain, eine Zeitmaschine und das Elixier für die Untersterblichkeit.[31]

 

Die 1990er

Titel

Wann?

Zeichen-trick

Puppen

Echte Schau-spieler

Episoden

Produk-tionsland

Jupiter Moon

1990

 

 

150

GB

The Girl from Tomorrow

1990

 

 

12

AU

The Flash

1990-1991

 

 

22

USA

Super Force

1990-1992

 

 

48

USA

Maniac Mansion

1990-1993

 

 

66

CA/USA

Captain Planet and the Planeteers/The New Adventures of Captain Planet

1990-1996

 

 

112

USA

Dark Season

1991

 

 

6

GB

Back To The Future

1991-1992

 

 

26

USA

Bill & Ted’s Excellent Adventures

1991-1992

 

 

21

USA

Halfway Across the Galaxy and turn Left

1991-1992

 

 

28

AU

Land of the Lost

1991-1992

 

 

26

USA

The Miraculous Mellops

1991-1992

 

 

40

AU

Watt on Earth

1991-1992

 

 

24

GB

Bill & Ted’s Excellent Adventures

1992

 

 

7

USA

The Tomorrow People

1992-1995

 

 

25

GB

Space Rangers

1993

 

 

6

USA

The Girl from Tomorrow Part II: Tomorrow’s End

1993

 

 

12

AU

Wild Palms

1993

 

 

5

USA

Cadillacs and Dinosaurs

1993-1994

 

 

13

USA

The Adventures of Brisco County, Jr.

1993-1994

 

 

27

/USA

Time Trax

1993-1994

 

 

44

AU/USA

Biker Mice from Mars

1993-1996

 

 

65

USA

seaQuest DSV

1993-1996