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Magi - Sonderthema Mars Blauer Mars Eine Buchbesprechung |
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Mars-Trilogie
Band 3:
Blauer
Mars Heyne
HC TB 5361 Orig.:
Blue Mars Der Mars wird nun endgültig umgeformt und die Angleichung an die Erde
mit allen Mitteln durchgeführt. In vielen Gebieten des Mars ist es
bereits möglich, ohne besondere Schutzvorrichtungen, auf der Oberfläche
zu überleben. Die überarbeiteten Ökotechniker erstellten und
gestalteten eine Vielzahl unterschiedlichster Lebensräume. Von der
nordischen Tundra bis zur äquatorialen Wüste, vom Gebirge bis zum
Urwald, alle möglichen Gebiete der Erde wurden auf dem Mars
nachgebildet. Die Natur holt sich dabei Stück für Stück vom Mars um
eine zweite Erde zu gestalten. Während die neue Natur sich mit ihren eigenen Problemen herumschlägt,
entwickelt sich auf dem Mars und mit den Neu-Marsianern eine neue
politische Welt. Der Mars
will selbstständig werden. Dabei befindet sich der Mars in dem Zustand,
wie ehedem die Vereinigten Staaten. Der Planet ist ein
Einwanderungsland, nur dass vorher keine einhimische Kultur ausgerottet
und ein Kontinent gestohlen werden muss. Der Mutterplanet Erde hingegen
ist ein ökologisches Wrack und versucht jede Menge Menschen auf den
Mars auszusiedeln. Das würde der Planet jedoch nicht verkraften, ist
doch sein Naturhaushalt noch lange nicht stabil. Gleichzeitig lebt der Mars und seine Bevölkerug in einem Widerstreit.
Auf der einen Seite gibt es die bedingungslos Technikgläubigen, die aus
dem Mars eine zweite Erde herstellen möchten. Auf der anderen Seite
gibt es aber auch Menschen, die den Mars so belassen möchten, wie er
seit Jahrtausenden bereits besteht. Und dazwischen gibt es jede Menge
Bewohner, die die verschiedensten Lebensrichtungen ausprobieren wollen.
Menschen die Sekten angehören und besondere Lebensbedingungen erleben
wollen. Menschen die genauso andere kulturelle und politische Umgebungen
bevorzugen und somit dafür Sorge tragen, dass ein dauernder Widerstreit
herrscht. Kim Stanley Robinson ist bekannt für einige spritzige Ideen in zusammenhang mit spannenden
Handlungen und ausgefallenen Gedanken. Was bei diesem Autor auffällig
ist, ist die Zwiespältigkeit der Leserschaft. Wer immer diese Trilogie
in die Hände nimmt, wird erst einmal vom Umfang überrascht und manch
einer legt die Ziegelsteine gleich wieder beiseite. Der Rest der Leser
unterteil sich in solche, die Kim Stanley Robinson als einen
vielschreibenden, zeilenschindenden langweiler halten und diejenigen,
die ihn für einen Spitzenautoren halten. Ich persönlich sehe ihn eher
in der Mitte. Als Schriftsteller sicherlich gut, sehr gut sogar, aber in
manchen Fällen hat diese Trilogie auch ihre Längen. Damit wirkt er
auch langweilig auf Leser, die ihn bislang für einen brillianten
Schriftsteller hielten. Nach der Lektüre der Mars-Trilogie bleiben aber
mehr die Stärken des Autors und seiner Bücher hängen, als die Schwächen. Vor allem bewundere ich bei ihm, wie er seine Helden und Handlungsträger
ershafft und gleichzeitig eine „schöne neue Welt“ erschafft.
Peinlich sind manchmal seine „schriftstellerischen Ausbrüche“, in
denen er den Mars als die beste aller Kulturen darstellt. Hier findet
man sehr viele Anklänge an die USA und ihre Kultur, keine eigene Kultur
zu haben. Ein wenig zu viel amerikanische väterliche Gesinnung. Mit der Eroberrung des Mars lebt er die Eroberung des amerikanischen
Kontinents mit Mitteln der Utopie nach. Er schildert alle Möglichkeiten
die die Wisenschaft, Gesellschaft und Politik, einzelne persönliche
Auseinandersetzungen und die neu geformte Landschaft bieten. Somit sind
wir in etwa bei einem modernen Western. Allerdings ohne, wie bereits erwähnt,
eine eingeborene Kultur ausrotten zu müssen.
Erik Schreiber, Juni 2003 |
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