Homo Magi 

Psychopompos

16.09.2018

Hallo Salamander,

ich denke weiterhin über eigenartige Konzepte nach. Ein Thema, was mich weiter immer nebenher fasziniert, ist der Psychopompos. Ich erspare mir und dir eine eigene Definition, sondern zitiere:

Das Wort Psychopompos (Plural Psychopompoi) oder eingedeutscht der Psychopomp kommt vom griechischen ψυχοπομπóς (mask.) und bedeutet wörtlich übersetzt „Seelengeleiter“: Er geleitet die Seelen der Verstorbenen ins Jenseits. Der Namensteil „pompos“ stammt vom Verbum „pempo“ ab, das führen und geleiten bedeutet. Das deutsche Wort „Pomp“ verweist auf einen großen, festlichen Geleitzug („Aufzug“).

Psychopompos ist der Titel des griechischen Botengottes Hermes, der dieses Amt von Apollon übernommen hatte. Die Vorstellung von Psychopompoi war aber allgemein verbreitet. So kannten etwa die alten Ägypter den hunde- oder schakalköpfigen Anubis, in der germanischer Mythologie holen Walküren die gefallenen Krieger vom Schlachtfeld nach Walhalla, und bei den Kelten war Ogma Seelenführer.

Im Christentum sind es der Erzengel Michael, der Schutzengel oder der Riese Christophorus; an der Pforte zum Himmel erwartet Petrus die Seele, die Einlass begehrt. Christophorus findet sich auf frühchristlichen Ikonen – wie sein ägyptisches Pendant Anubis – hundsköpfig dargestellt. Im Islam ist es der Engel Azrael, der von Allah eine Liste mit den zum Tode bestimmten Menschen erhält und in den darauffolgenden 40 Tagen ihre Seelen vom Körper trennt. Allgemein ist der Psychopomp eine mögliche Form der Personifikation des Todes. Generell können Geister, Gottheiten, Dämonen oder Engel die Aufgabe eines Psychopompos übernehmen. Seine Bedeutung ist neben dem Transport der Seele vor allem der Prozess der Akzeptanz der Sterblichkeit. Er ist vor allem ein Führer und Helfer.[1]

Das mit dem hundsköpfigen Christophorus war mir neu, aber ich bin ja hier, um immer etwas zu lernen. Welche Rollen spielen dann Sleipnir oder Tom Bombadil?

Und wie ist das mit den Opfern? Der Psychopompos hat in meiner Welt immer einen Preis – zum Beispiel eine Münze, die man dem Toten auf die Zunge oder auf die Stirn legt. Oder eben Grabbeigaben, damit der Seelengeleiter (unfassbar großartiger Begriff) seine Arbeit bezahlt bekommt.

In einer Diskussion mit amerikanischen Heiden bekam ich erzählt, dass dies ein Begriff sei, der „identic german“ ist. Ich bleibe dran …

 

 

 

 

 


 

 

 


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