| Homo
Magi - Teambeitrag Bergfreunde Ein Märchen |
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In
einem kleinen Orte im Gebirge begegneten sich einmal zwei Menschen. Sie
entdeckten schnell, dass es viele Dinge gab, die sie verbanden, ähnliche
Erlebnisse, Wünsche, Hoffnungen, Träume. Der
eine der beiden kannte sich in dem Gebiet relativ gut aus, denn er hatte
schon ausgedehnte Wanderungen unternommen. Der andere war zum erstenmal
hier und deshalb ein wenig ängstlich. Jedoch unter der Führung seines
neuen Freundes machte es im zunehmen mehr Spaß, die Berge zu erkunden. Zunächst
blieben sie auf den ausgeschilderten und bekannten Wanderwegen aber
schnell merkten sie, dass die Neugierde und der Wunsch etwas anderes, außerhalb
des bis dahin bekannten, zu entdecken sie immer weiter und immer höher
hinauf trieb. Sie verließen die ausgetretenen Pfade und begannen die
Berge auf eigene Faust zu erkunden. Immer
höher stiegen sie hinauf und immer berauschender wurden die Eindrücke
für den einen der beiden, der solche Dinge noch nie gesehen hatte. Er
überließ sich ganz der Führung und genoß den Rausch der Freiheit.
Doch plötzlich blickte er sich um und bemerkte, dass er sich nicht mehr
auskannte und den Weg alleine zurück wohl nicht mehr finden würde. Er
begriff, dass er von der Führung seines Freundes abhängig war und
bekam Angst. Was würde geschehen, wenn sie sich jetzt verlieren würden.
Er überlegt, ob sie nicht lieber umkehren sollten. Aber es war doch
gerade so schön, und bis zum nächsten Gipfel auch gar nicht mehr so
weit. Nur noch einmal von dort oben über die Berge schauen, dann könnten
sie ja mit dem Abstieg beginnen. Also folgte er weiter seinem Freund. Doch
die Angst setzte sich fest, begann zu nagen und zu bohren. Sie begann
ihn zu beherrschen, so dass er seine Umgebung gar nicht mehr richtig war
nehmen konnte. Was würde passieren wenn er stürzen würde, würde sein
Freund ihn suchen, würde er auf ihn warten, würde er es überhaupt
bemerken? Vielleicht
war er ja gar nicht wirklich sein Freund, was wusste er den schon über
ihn außer den Geschichten, die er erzählt hatte. Bestimmt würde er
ihn hier alleine lassen, vielleicht wartete er ja nur auf eine
Gelegenheit um ihn sogar hinunter zu stoßen. Hatte er nicht gerade eben
eine seltsamme Bemerkung gemacht und er schaut auch so komisch. Aber
nein, dass kann nicht sein, immerhin hatte er doch in seinem Herzen gespürt,
dass es da eine Verbindung gab, er musste darauf vertrauen. Auf keinen
Fall durfte er seinem Freund von diesen Ängsten und Zweifeln erzählen.
Was würde der von ihm halten. Wenn er ein Freund war, wäre er entäuscht
und wenn er kein Freund war, würde er triumphieren. Außerdem war es
doch die ganze Zeit so schön gewesen, vielleicht könnte er ja einfach
weitergehen und die Angst würde sich irgendwann legen. Er
blickte auf und erschrack. Nebel war aufgekommen und nahm ihm die Sicht.
Sein Herz raste und Panik übermannte ihn. Wo war sein Freund? Hatte er
ihn verlassen? Ohne nachzudenken begann er begann zu rennen, stolperte
und fiel. Er rutschte über eine Kante und verlor den Boden unter den Füßen.
Er bekam etwas zu fassen und klammerte sich darn fest. Da
riß der Nebel unter ihm auf und er sah den Abgrund, über dem er hing,
tief und dunkel. Er
blickte nach oben und erkannte die Hand seines Freundes, die ihn hielt.
Hilf mir, rief er, lass mich nicht los, bitte! Der
Freund hielt ihn, versuchte ihn hinaufzuziehen, aber der Boden begann
auch ihm unter den Füßen zu bröckeln. Auch er würde den Halt
verlieren. Ich
kann Dir nicht helfen, sagte sein Freund und ließ ihn los. Er
fiel und fiel immer tiefer, schrammte über die Felsen, wurde hin und
her geworfen und sah das Ende auf sich zukommen. Er schloß die Augen
und gab auf. Da,
ein Ruck und er fiel nicht mehr. Er hing an einem Seil über dem
Abgrund, es war das Band, dass ihn mit seinem Freund verband. Er hatte
es vergessen gehabt. Er
schämte sich für seine Zweifel die er gegenüber seinem Freund gehabt
hatte und hoffte, das er ihm verzeihen würde. Er
blickte nach oben und sah die Felskannte, über die er gestürzt war.
Seinen Freund konnte er nicht sehen. Hatte er ihn so sehr enttäuscht,
dass er das Seil um einen Stein geschlungen hatte um ihn zu halten, aber
selber gegangen war? Oder würde er oben auf ihn warten? Langsam begann er mit dem Aufstieg.
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